Als Abraham auf dem T-Rex ritt
Es ist doch immer wieder erstaunlich, welch gute Nachbarn doch Fortschritt und reinstes Mittelalter sein können. Auf der einen Seite Weltmotoren wie New York und Silicon Valley, auf der anderen Seite ganze Gesellschaftsschichten, denen die Wissenschaft schon bei der Abkehr von Feuer, Wasser, Erde und Luft als Grundelementen zu ketzerisch wurde. Die Wahrheit ist, was in der Bibel steht, und jene wird dann wohl so vor dem Kopf genagelt getragen, dass es dann nicht mehr für weitere Wahrnehmung reicht.
Heute beschäftigen wir uns mal wieder mit
einer meiner Lieblingsbeschränktheiten, der Ablehnung von Weltgeschichte die nicht der Bibel entspricht. Der erste Stopp auf unserer Rundreise ist zu Hause bei Frau Connie Morris (siehe Bild). Frau Morris, aufgewachsen in den hinterwäldlerischsten Ecken der Appalachen, hat ihre Weltanschauung dann auch gleich vom zahnlosen Billy Bob und seiner Schwester/Gattin mitgebracht. Und die beinhaltet, dass Evolution doch eh nur ein “altes Ammenmärchen” und eine “Gutenachtgeschichte” sei. So weit so gut, aber mit dieser Einstellung wurde sie dann prompt ins Bildungsministerium von Kansas gewählt. Und so ist es dann auch ihr und ihren Unterstützern zu verdanken, dass “Schöpfungslehre” es in den Biologielehrplan von Kansas geschafft hat. Und so etwas schwappt natürlich auch auf andere Hinterwäldler über. Bravo.
Genug mit der mittelalterlichen Inquisition. Was hilft denn da besser, als ein Besuch in einem schönen Dinosaurierpark.
Anbetracht der Fossilfunde kann man ja wohl kaum abstreiten, dass jene auf Erden gewandert sind und damit der Schöpfungslehre widersprechen. Richtig? Falsch! Wir machen unseren zweiten Stopp im Cabazon Dinosaurierpark bei Palm Springs (”World’s Biggest Dinosaurs!”). Aber wenn man erwartet zu hören, dass Dinosaurier vor Millionen von Jahren gelebt haben und ausgestorben sind, ist man auch hier falsch. Oh nein, Dinosaurier lebten zusammen mit Menschen vor 6000 Jahren, als die Welt erschaffen wurde! Und nicht nur das, sie waren auch vor 4300 Jahren auf der Arche Noah! Und noch viel mehr handfeste Information. Na wenn dann mal nicht so manch einer unserer Vorfahren auf einem Dino geritten ist…
Man ist also nirgendwo sicher. Also lieber wieder nach Hause und etwas fernsehen. Was uns da widerfährt wird Bestandteil des nächsten Beitrags.
Aber wenigstens kann man ja sein eigenes Gehirn benutzen und Evolution selbst in der Universität studieren. Aber schön viel Geld mitbringen, denn die US-Regierung will solch ketzerische Lehren natürlich nicht mit Studentendarlehen unterstützen.
Na, endlich einmal wieder ein Lebenszeichen. Ich hatte schon gedacht Du seiest bekehrt worden oder inzwischen dem Zellenstudium verfallen, ich meine von innen, vom Knast aus.
Kommentar von masterkuki — Mittwoch, 11. Oktober 2006 @ 16:27
Schöpfung oder Zufall? - Wer hat die besseren Argumente?
Als ich vor einiger Zeit damit begann, mich mit den Weltbildern der Gläubigen und Neodarwinisten zu beschäftigen, war ich überrascht, mit wie wenig gedanklichem Tiefgang die Diskussion auf beiden Seiten geführt wird. Diese Schlussfolgerung soll jetzt nicht überheblich wirken, aber als erfolgreicher Börsenspekulant war ich es gewohnt, ein klein wenig tiefer und ausführlicher die unterschiedlichsten Standpunkte zu beurteilen, als es bei den Gläubigen und Neodarwinisten der Fall ist.
Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschlossen, die jeweiligen und aus meiner ganz speziellen Sichtweise heraus fundamental zu nennenden Daten und Fakten zu veröffentlichen. Meinen eigenen Standpunkt würde ich dabei als neutral einschätzen, da ich den vorhandenen Erklärungsmodellen “Gott und Zufall” schon immer mit einer gewissen Skepsis begegnet bin. Eine Einschätzung, die durch die vorgenommene Analyse auch bestätigt wurde.
Der Übersichtlichkeit wegen werde ich nun die Thesen und Meinungen der Gläubigen und Neodarwinisten kurz auflisten und zur jeweiligen These das Ergebnis meiner eigenen Untersuchung aufführen.
1. Gott hat das Universum und die Welt erschaffen.
Diese Ansicht kann man teilen oder nicht, denn sie ist und bleibt eine Angelegenheit des individuellen Glaubens. Da uns der Blick über den sogenannten „Urknall“ hinaus auf absehbare Zeit verwehrt ist, wird die Frage, was oder wer dafür verantwortlich war, wohl auf absehbare Zeit offen bleiben müssen.
2. Gott hat das Universum erschaffen und er ist gerecht und gut.
Bei solchen Aussagen ist ein kritische Distanz angebracht, denn Tatsache ist und bleibt, dass die Aussagen von GOETHE, HUME und FEUERBACH durchaus ihre Daseinsberechtigung haben:
Im Innern ist ein Universum auch; daher der Völker löblicher Gebrauch, dass jeglicher das Beste, was er kennt, er Gott, ja seinen Gott benennt, Ihm Himmel und Erden übergibt, Ihn fürchtet und womöglich liebt. J.W von GOETHE
Sofern das Böse in der Welt zu Gottes Plan gehört, ist er nicht gut, läuft es aber seinem Plan zuwider, ist er nicht allmächtig. Er kann nicht zugleich allmächtig und gut sein. DAVID HUME, Philosoph
Der Mensch hat Gott nach seinem Bilde erschaffen, heilig ist daher nicht Gott, sondern der Mensch. LUDWIG FEUERBACH, Philosoph
3. Die biblische Schöpfungsgeschichte ist richtig und die Darwinsche Evolutionstheorie ist falsch.
Solche Behauptungen werden meist von den sogenannten KREATIONISTEN aufgestellt, die sich auf der Richtigkeit der biblischen Schöpfungsgeschichte berufen. Der Glaube daran hat jedoch nichts mit wissenschaftlicher Forschung zu tun und dürfte nach heutigem Wissensstand auch eindeutig falsch sein. Die genetischen Übereinstimmungen der Lebewesen, die entsprechenden Fossilienfunde und die Altersdatierungen sprechen eine eindeutige Sprache: Es hat eine Evolution stattgefunden.
Auch die moderne Form des Kreationismus, das sogenannte “Intelligente Design”, erweist sich bei genauerer Betrachtung als nicht überprüfbar. Der Begriff des “Intelligenten Design” ist zwar unglaublich gut gewählt, denn wie wir noch sehen werden, stellt sich die Frage nach der Formgebung von Lebewesen tatsächlich noch als völlig offen dar.
Problematisch wird es allerdings, wenn das “Design” von Arten als unveränderlich angesehen und und als Beweis für die Existenz eines Gottes/Schöpfers herangezogen wird. Wenn dies der Fall ist, haben wir keine neue Theorie vor uns, denn wir sind dann wieder bei der Ideen-Lehre von PLATON angelangt. Der Unterschied zu PLATON besteht lediglich darin, dass die Vielzahl der griechischen Götter durch einen einzigen Gott ersetzt wurde. Diese beliebige Austauschbarkeit der “ersten Ursache” zeigt aber bereits, dass sich der “Gott” letztlich einer wissenschaftlichen Betrachtungsweise entzieht.
4. Das Universum ist zufällig entstanden.
Eine solche Ansicht kann zwar vertreten werden, dagegen sprechen jedoch eindeutig die unglaublich fein abgestimmten Naturgesetze. Bei einer wirklich zufälligen „Explosion“ wäre das Universum innerhalb kürzester Zeit wieder in sich zusammengefallen, was jedoch eindeutig nicht der Fall war. Stattdessen finden wir seit ca. 14-16 Milliarden Jahren unglaublich fein abgestimmte Naturgesetze vor, die die Entstehung von Leben und eine Evolution ermöglicht haben. Zufall? Mehr als unwahrscheinlich!
Wäre die Expansionsgeschwindigkeit eine Sekunde nach dem Urknall nur um eine Hunderttausendmillionstel Millionstel kleiner gewesen, so wäre das Universum wieder in sich zusammengefallen, bevor es seine gegenwärtige Größe erreicht hätte. STEPHEN W. HAWKING
5. Das Leben ist zufällig entstanden.
Diese These wird meist von Neodarwinisten vertreten, wobei als ideologischer Hintergrund für eine solche Behauptung berücksichtigt werden sollte, dass es sich mit einem „Zufall“ natürlich hervorragend von einem „Gott“ abgrenzen lässt.
Inhaltlich ist eine solche Vorstellung aber klar zu verwerfen, da der „Zufall“ hier eine Ursachen-Funktion übernehmen müsste, die er nicht erfüllen kann. Die Kombination „Zufall = Ursache“ könnte bestenfalls noch an den Beginn des Universums gesetzt werden, denn nur in diesem e i n z i g e n Fall würden Zufall und Ursache zu einer Einheit verschmelzen. Innerhalb des Universums kann die Kombination “Zufall = Ursache” aber ausgeschlossen werden, denn die tatsächliche Ursache für die Entstehung des Lebens ist und bleibt das Universum selbst mit seinen Naturgesetzen.
Wenn die Neodarwinisten trotzdem die Entstehung des Lebens mit der Kombination „Zufall = Ursache“ begründen, erweitern sie die klassische Definition des Zufalls als ein “chaotisches, ungeordnetes und regelloses” Ereignis (DAVIS) noch um das Attribut “ursachenlos”. Ein solches Ereignis würde aber eine „creatio ex nihilo“, also eine Schöpfung aus dem „Nichts“ heraus, darstellen.
Da bei einer solchen Annahme auch kein Unterschied zu einem göttlichen Schöpfungsakt mehr vorhanden wäre, stellt sich die grundsätzliche Frage, worüber sich die Gläubigen und Darwinisten eigentlich streiten.
6. Die Wahrscheinlichkeiten für die „zufällige“ Entstehung des Lebens sind gleich „Null“.
Absolut richtig, da bei solchen Berechnungen der Zufall als Ursache definiert ist und keinerlei Rahmenbedingungen berücksichtigt werden. Prinzipiell wird mit solchen Berechnungen also die Wahrscheinlichkeit für eine “creatio ex nihilo” ausgedrückt, was zwangsläufig mit extremen (Un)wahrscheinlichkeiten verbunden ist. Hier ein Beispiel für eine solche Berechnung:
Die Wahrscheinlichkeit, dass sich aus der so genannten Ursuppe heraus ein kleines Virus entwickelt, beträgt 10²°°°°°°. Diese beinahe unfassbar geringe Wahrscheinlichkeit ist kleiner als die, bei sechs Millionen Münzwürfen hintereinander Kopf zu werfen. PAUL DAVIES
Wie wir noch sehen werden, ist auch ein absolut zweckloses Unterfangen, diese extremen Unwahrscheinlichkeiten mit diversen Argumenten entkräften zu wollen. Eine “creatio ex nihilo”, kann nicht verteidigt werden, da ein solches Ereignis das Universum sofort zerstört hätte.
7. Der Zufall ist “Mittel zum Zweck” und kann Leben dann auslösen, wenn die Voraussetzungen stimmen und die Zeit dafür reif ist.
Wie bereits festgestellt, hätte ein ursachenloses, chaotisches, regelloses und ungeordnetes Ereignis, also eine “creatio ex nihilo”, innerhalb des Universum sofort einen universellen Kurzschluss verursacht. Da dies nachweislich nicht der Fall war, können wir den Zufall als ein Ereignis mit Auslösecharakter definieren. So definiert kann der Zufall als ein fester Bestandteil des Universums angesehen werden, der “Leben” stets dann auslösen kann, wenn die Voraussetzungen stimmen und die Zeit dafür reif ist. Diese “Voraussetzungen” müssen aber bereits bei der Entstehung des Universums definiert gewesen sein.
8. Die Voraussetzungen für die Entstehung von Leben haben sich zufällig ergeben.
Diese Annahme kann verworfen werden, da in diesem Fall lediglich die Grundlage für einen Ursachen-Zufall, also einer „creatio ex nihilo“, nochmals millionenfach erweitert würde. Außerdem ist die Entstehung von Leben untrennbar mit den Umweltbedingungen verknüpft, da unser erstes Lebewesen exakt auf seine Umwelt abgestimmt sein musste, um überhaupt aus dieser herauswachsen und überleben zu können. Wir können deshalb von einem einzigen Entwicklungsprozess ausgehen, denn:
So eng ist die Evolution der Lebewesen mit der Evolution der Umwelt gekoppelt, dass sie einen einzigen Entwicklungsprozess darstellt. JAMES LOVELOCK
Die Ansicht von HOIMAR VON DITFURTH dürfte deshalb den Weg in die richtige Richtung weisen:
Noch wichtiger… aber ist die Tatsache, dass auf der Ur-Erde, mit Sicherheit viele Hunderte Jahrmillionen vor dem Auftreten der ersten als belebt anzusehenden organischen Strukturen, eine Entwicklung einsetzte, welche zu verlaufen zu sein scheint, dass sie die Entstehung von Leben nicht nur ermöglichte, sondern… geradezu unausbleiblich machte. HOIMAR VON DITFURTH
9. Wahrscheinlichkeitsberechnungen machen keinen Sinn, denn wir nicht wissen, wie das erste Lebewesen ausgesehen hat.
Dieses Argument wird meist von Neodarwinisten vorgebracht, wenn sie die extremen (Un)Wahrscheinlichkeiten für die zufällige Entstehung des Lebens relativieren und abwerten möchten. Das von Gegnern einer Zufalls-Schöpfung vorgebrachte Beispiel mit dem Affen, der ein Sonette von Shakespeare ohne Fehler auf einer Schreibmaschine tippen solle, hätte deshalb keinerlei Aussagekraft. Man könne dem imaginären Affen gar keinen Satz vorgeben, da man nicht wisse, wie das erste Lebewesen hinsichtlich seiner exakten Zusammensetzung ausgesehen habe.
Halten wir also fest: Wer mit Wahrscheinlichkeiten gegen Evolution argumentieren möchte, müsste nicht nur alle Bedingungen kennen, unter denen sich Leben bilden und jede einzelne Art entwickeln kann, er müsste auch beweisen, dass gerade diese unter allen möglichen Bedingungen nahezu nicht realisierbar waren.“ MARTIN NEUKAMM Martin-Neukamm.de
Was ist von dieser Argumentation zu halten?
1. Zunächst einmal ist feststellbar, dass mit einer solchen Argumentation der “Ursachen-Zufall” in Form einer “creatio ex nihilo” verteidigt wird, was generell ein unsinniges Unterfangen darstellt.
2. Außerdem ist eine solche Argumentation auch noch falsch. Richtig ist zwar, dass wir die exakte Zusammensetzung des ersten Lebewesens nicht kennen, wobei der DNA-Experte ROBERT SHAPIRO aber davon ausgeht, dass mindestens 600 Atome für das kleinste und überhaupt nur vorstellbare Lebewesen, einen Replikator, notwendig wären. Klingt nicht viel, aber Wahrscheinlichkeitsberechnungen für das wirklich „zufällige“ Zusammenfügen von 600 Atomen aufgrund eines Ursachen-Zufalls ergeben folgendes:
Wir wollen unseren Affen tippen lassen:
>>
to be or not to be: that is the question
>
Kenner
>
nein
>
stopp
>
Aber das, was Sie gerade für den Rubik-Würfel beschrieben haben, ist genau der Ursprung der Arten durch die natürliche Auslese, wobei die Mutationen den Drehversuchen des Blinden entsprechen und die Auswahleffekte der Umwelt die Rolle des Beobachters übernehmen
>
natürlichen Auslese
>
künstlichen Auslese
>
I
>
bewaffnet
>
etwas steckt
Kommentar von Chris — Freitag, 27. Oktober 2006 @ 12:37
@masterkuki:
Aber doch nicht im Land der Meinungsfreiheit, wo alle auf ihre verfassungsmäßigen Rechte zählen und nie in dunklen Löchern ohne Anwalt verschwinden! Oder, warte mal, hmmmm…..
Kommentar von Frank — Freitag, 10. November 2006 @ 15:14
Btw… Tut mir leid, dass die Moderation so lange gedauert hat! Meine Schuld!
Kommentar von Frank — Freitag, 10. November 2006 @ 15:26
@Chris:
Das ist wohl die erste Hälfte dieses Beitrags: http://www.derspekulant.info/show.php ?
Kommentar von Frank — Freitag, 10. November 2006 @ 19:28