Land der verpassten Möglichkeiten

Freitag, 24. Oktober 2008

Pausbäckig

Abgelegt unter: Allgemeines, Amerikanische Kultur, Amerikanischer Alltag, Familie — Frank @ 9:30

Was ich nie verstanden habe - was ist los mit dieser Faszination mit pausbäckigen Kindern? Das mag vielleicht in Gemälden von Michelangelo populär gewesen sein, aber heutzutage gilt das als fettleibig und ungesund. Die Eltern sollten einen Arzt aufsuchen, nicht das als oh-so-süß ins Internet stellen!

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Freitag, 1. Februar 2008

Ice Rocks

Abgelegt unter: Allgemeines, Amerikanische Kultur, Amerikanischer Alltag, Umwelt — Frank @ 11:38

Nichts macht den Amerikaner glücklicher als neue Wege, extra Handschläge zu vermeiden. Dem spielt auch Ice Rocks zu: Jetzt ist es nicht mehr nötig, Eiswürfelbehälter vor dem Gefrieren mit Wasser aufzufüllen. Anstelle kauft man sich einfach Wegwerfbehälter, die bereits mit Wasser gefüllt sind. Im Zumüllen ist man ja Weltmeister.

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Samstag, 1. September 2007

Wertunterschiede

Abgelegt unter: Amerikanische Kultur, Exzerpte, Patriotismus, Politik — Frank @ 11:03

Frank Schätzing, ein in Deutschland bekannter und sehr erfolgreicher Romanautor, hat für seinen Politthriller “Lautlos” eine sehr einsichtsvolle Analyse der Unterschiede zwischen amerikanischen und europäischen Wertvorstellungen veröffentlicht. Da diese außerhalb Europas eher schwer zu bekommen ist, möchte ich sie hier ausschnittsweise wiedergeben:

“Grundsätzlich muss man die Unterschiede betrachten, die zwischen der europäischen und der amerikanischen Wertauffassung liegen. Das Europa von heute, speziell Mitteleuropa, ist trotz rechter und linker Auswüchse von ausgleichenden Kräften geprägt. Man neigt zur Verständigung. Alle großen Parteien fahren einen mehr oder weniger gemäßigten Kurs, selbst das Verhältnis zur Kirche stellt Versöhnlichkeit in den Vordergrund. Nach Jahrhunderten und Jahrtausenden, die geprägt waren vom Erbe alter und dem Erwachen neuer Kulturen, von ständigen Grenzverschiebungen, von der Durchmischung unterschiedlichster Volksstämme, von Kreuzzügen, Revolutionen und Weltkriegen, von Primitivität und Brutalität einerseits und enormen geistigen und ethischen Errungenschaften andererseits, sind wir (vorläufig) auf einem Stand der allgemeinen Harmonisierung angelangt. Nicht, weil wir so tolerant sind, sondern weil wir erkennen, dass Toleranz und Koexistenz Sachzwänge sind.

Demgegenüber blicken die USA auf eine wesentlich jüngere Geschichte zurück. Die Weltkriege haben hier nicht stattgefunden, eine abgeklärte Rückschau auf die eigene Geschichte ebenso wenig. Die hausgemachten Probleme der Gründerzeit dauern an. Die Rassenproblematik, die unrühmliche Geschichte der Indianerkriege, die Religionsfrage, all das. In Europa haben die kulturellen Entwicklungen gemächlich stattgefunden, in den Staaten sind die Menschen aus einer Zeit archaischer Moralvorstellungen und erzreligiöser Auffassungen, provinziellen Wildwestdenkens und gesellschaftlicher Primitivität in ein High-Tech-Universum katalputiert worden — und das innerhalb kürzester Zeit, in nur zwei Jahrhunderten.

Amerika hat seine Entwicklung zwar vollzogen, aber längst nicht verarbeitet. Es brodelt, als habe die Besiedelung gerade erst stattgefunden. Und es brodelt umso mehr, als die Amerikaner mit aller Macht versuchen, es anders darzustellen, weil sie so gern auf eine lange Geschichte zurückblicken würden, die sie nicht haben (darum auch das große Interesse Amerikas an europäischer Historie und Kultur). Die USA sind zerrissen zwischen extremen Auffassungen, die Geschichte der Vereinigten Staaten geprägt von moralischer und physischer Gewalt. Das amerikanische System krankt an seiner eigenen Diffusität. Innerhalb einer machtvollen Union, die sich als Symbol der Einigkeit versteht wie keine zweite in der Welt, stehen einander fünfzig Staaten im Wege, deren Identitätsverständnis zum Teil extrem differiert. Als Folge gehen weltumspannende Interessen und globale Allmacht der USA einher mit bauerndummer Ignoranz gegenüber allem, was hinter dem nächsten Maisfeld liegt. Nirgendwo sonst in der Welt sind die Widersprüche so groß. (weiterlesen…)

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Donnerstag, 14. Dezember 2006

Ein blindes Huhn erschießt auch mal einen Fuchs

Abgelegt unter: Amerikanische Kultur, NRA, Schusswaffen — Frank @ 11:27

Amerikanischer geht’s nicht: Auch Blinde dürfen in Texas bald Tiere abknallenWenn jeder schon ‘rumballern und Cowboy spielen darf, dann bitte aber auch gerecht. Dann werden auch schon mal texanische Steuergelder verwendet, um eine gesetzliche Regelung einzuführen, die auch blinden Texanern erlaubt, Tiere zum Vergnügen abzuknallen.

Ein Helfer darf dann die Waffe in die richtige Richtung weisen und der blinde Schütze drückt ab. Na toll.

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Freitag, 24. November 2006

Hungern verboten

Alles ist nicht verloren, Genossen! Der Klassenfeind hat doch von Euch gelernt.

Darauf wäre auch das Politbüro stolz: 35 Millionen Menschen sind nicht am Hungern im Land der Freiheit und “God’s own country”, nein, sie haben nur etwas Nahrungsmittelunsicherheit (”very low food security“). Kann ja jedem mal passieren. Sind sie sicherlich auch selbst Schuld dran.

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Sonntag, 1. Oktober 2006

Als Abraham auf dem T-Rex ritt

Abgelegt unter: Amerikanische Kultur, Evolution, Religion, Schöpfungslehre — Frank @ 16:08

Es ist doch immer wieder erstaunlich, welch gute Nachbarn doch Fortschritt und reinstes Mittelalter sein können. Auf der einen Seite Weltmotoren wie New York und Silicon Valley, auf der anderen Seite ganze Gesellschaftsschichten, denen die Wissenschaft schon bei der Abkehr von Feuer, Wasser, Erde und Luft als Grundelementen zu ketzerisch wurde. Die Wahrheit ist, was in der Bibel steht, und jene wird dann wohl so vor dem Kopf genagelt getragen, dass es dann nicht mehr für weitere Wahrnehmung reicht.

Heute beschäftigen wir uns mal wieder mitConnie Morris einer meiner Lieblingsbeschränktheiten, der Ablehnung von Weltgeschichte die nicht der Bibel entspricht. Der erste Stopp auf unserer Rundreise ist zu Hause bei Frau Connie Morris (siehe Bild). Frau Morris, aufgewachsen in den hinterwäldlerischsten Ecken der Appalachen, hat ihre Weltanschauung dann auch gleich vom zahnlosen Billy Bob und seiner Schwester/Gattin mitgebracht. Und die beinhaltet, dass Evolution doch eh nur ein “altes Ammenmärchen” und eine “Gutenachtgeschichte” sei. So weit so gut, aber mit dieser Einstellung wurde sie dann prompt ins Bildungsministerium von Kansas gewählt. Und so ist es dann auch ihr und ihren Unterstützern zu verdanken, dass “Schöpfungslehre” es in den Biologielehrplan von Kansas geschafft hat. Und so etwas schwappt natürlich auch auf andere Hinterwäldler über. Bravo. (weiterlesen…)

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Dienstag, 20. Juni 2006

Bis dass der Tod Euch scheidet?

Abgelegt unter: AARP, Amerikanische Kultur, Straßenverkehr — Frank @ 11:32

Wohlbekannt ist der Fall George Russell Weller. Man schrieb das Jahr 2003 im sonnigen Santa Monica in Kalifornien. An einem Sommernachmittag bummeln viele Schaulustige über den populären Bauernmarkt. Herr Weller, im reifen Alter von 87 Jahren, in seinem Buick Le Sabre schießt mit über 100 km/h auf den Markt zu, stößt mit einem geparkten Auto zusammen, durchbricht die Absperrungen und rast in die Menschenmenge hinein. Augenzeugen berichten, dass Herr Weller keinerlei Regung zeigte und geradeaus starrte als Leiber über seine Windscheibe flogen, kein Bremslicht war zu sehen. Herr Weller selbst sagte, dass er Brems- und Gaspedal verwechselt hatte. Er fuhr mehr als 300 Meter durch die Menschenmenge und wurde nur durch einen Körper unter seinem Wagen gestoppt. Am Ende wurden zehn Menschen getötet und 63 verletzt. (weiterlesen…)

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Mittwoch, 14. Juni 2006

Fußballfieber!

Abgelegt unter: Amerikanische Kultur, Fußball — Frank @ 7:24

Wie auch hier schon berichtet, ist Amerika im Fußballfieber. Der Enthusiasmus kennt kaum Grenzen. Hier ist ein Beispiel der World-Cup-Berichterstattung einer New Yorker Tageszeitung.

World Cup in einer New Yorker Tageszeitung

Immerhin hat die Fußballweltmeisterschaft es auf die vorletzte Seite geschafft. Also was sind denn Beispiele von nichtpolitischen Themen die als wichtiger erachtet werden und mehr Platz und Prominenz bekommen?

  • Die Puerto-Ricanische Parade in New York.
  • Männer umarmen sich jetzt auch.
  • Eine neue Kinderpuppenvariante.
  • Britney Spears nennt ihren Gatten “Awesome”.
  • Jennifer Aniston und Vince Vaughn beobachten das Tennisspiel Nadal gegen Federer.
  • Große Handtaschen sind jetzt in Mode.
  • Körperliche Bewegung kann fliegende Hitze mindern.
  • Manche Leute sind abergläubisch im Büro.

Also dann: Goooooooooooooaaaaaal! Und falls das USA-Team keins schießt, wird’s auch niemand mitbekommen.

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Samstag, 3. Juni 2006

Buy American! Über Freiheits-Fritten und Mexikanische Autos.

Abgelegt unter: Amerikanische Kultur, Patriotismus — Frank @ 15:18

Mit “Sternen und Streifen” in Popkultur, in der Mode und auf den Straßen ist es kaum überraschend, Buy American T-Shirtdaß der Nationalismus (unter dem Mantel des Patriotismus) in den USA extrem stark ausgeprägt ist. Wohlbekannt sind der Mangel an Interesse an Dingen außerhalb der eigenen Grenzen (außer wenn man da mal jemanden “in die Steinzeit zurückbomben” kann) und die überentwickelte Selbstüberschätzung.

Eigentlich kauft ja auch der Amerikaner gerne Qualität zu guten Preisen ein (mit einer leichten Tendenz zu Quantität über Qualität). Da dies aber immer weniger amerikanische Produkte einschließt, heißt die Gegenreaktion “Buy American!” (nicht zu verwechseln mit “Kauft nicht beim Juden“). (weiterlesen…)

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Samstag, 27. Mai 2006

FC Bayern vor leeren Rängen?

Abgelegt unter: Amerikanische Kultur, Deutsche Kultur in den USA, Fußball — Frank @ 21:57

Der deutsche Rekordmeister vor fast leeren Rängenbmu_sm.gif spielend? Das ist wohl kaum vorstellbar!

FC Bayern vor leeren Rängen

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